Food Fotografie Tutorial- So gelingt dir das perfekte Food-Foto!

Food-Fotografie ist ja für Food-Blogs der Eye-Catcher überhaupt und mit der wichtigste Anreiz, einen Artikel oder ein Rezept zu lesen. Auch über die Bildersuche bei Google suchen die Leser nach Inspiration, natürlich neben Instagram und Pinterest, wo die Bilder im Fokus stehen.

Die richtige Ausrüstung

Um ein wirklich appetitliches Foto einzufangen, brauchst du nicht zwingend eine teure DSLR-Kamera mit einem fetten Objektiv und Profi-Beleuchtung – hier ist ein Artikel zu dem Thema, in dem gehts auch um die richtigen Kamera-Einstellungen für Food-Fotografie und Equipment für Anfänger.

Ich arbeite für Food-Fotos mit einer Canon 5D MarkII und einer Festbrennweite, der Canon 50 mm f/1.4 USM. Weiter verwende ich gerne mein iPhone und für schönes, weiches Licht nutze ich abends 2 Softboxen, die ich günstig bei Amazon gefunden habe.

Aber auch mit einer Kompaktkamera kannst du im AV- oder TV-Modus tolle Effekte jenseits der Automatik aufnehmen: Nutze beispielsweise  eine offene Blende (f 2.8) für eine schöne Tiefenunschärfe. Ich finde die Effekte/Presets in Kompaktkameras meist nicht so prall und bearbeite lieber selbst und passe den Look optimal auf die Bildkomposition an.

Als ich vor einigen Jahren anfing, intensiv zu fotografieren habe ich viel ausprobiert, Kurse und Fotoreisen besucht und in meinen eignen vier Wänden geübt. Zu Beginn war ich neugierig auf das Zusammenspiel von Licht und Technik – da war es manchmal gar nicht zu einfach, in 1-2 Sekunden die perfekte Einstellung zu finden. Mit der Zeit und viel Übung ging es mir aber in Fleisch und Blut über, sofort die richtige Einstellung zu finden, sodass das Bild so gelingt, wie ich es mir vorstelle. Ebenso ändern sich über die Jahre die kreativen Präferenzen. Bilder, die ich vor einigen Jahren gefeiert habe (ND-Filter und Langzeitbelichtung in der Landschaft), finde ich heute eher öde. Dieses Genre ist zwar technisch interessant, aber die Bilder verschiedener Fotografen ähneln sich extrem in meinen Augen – da bleibt wenig Raum für die eigene Handschrift. Und die ist absolut wichtig, um sich abzusetzen, insbesondere wenn es um Bloggen geht. Aber zurück zur Food-Fotografie, die für mich nach komplett anderen Regeln funktioniert, wie Landschaft, Reisen oder Street-Fotografie.

 

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Food-Fotografie – ein kleines Tutorial

Mit diesen 4 easy Foto-Hacks kannst du spannende Bilder machen, diese optimieren und das ohne viel Aufwand – ein bisschen Übung und ein geschulter Blick reichen aus für einen einzigartigen, kreativen Look deiner Fotos.

1.Die richtige Perspektive

Wähle Perspektiven, die dem Auge schmeicheln, denn schliesslich willst du ja mit deinem Bild Appetit machen. Extreme Weitwinkel mit grosser Tiefenschärfe passen eher in die Landschafts-Fotografie und eignen sich weniger für Food. Nutze offene Blenden, die lichtstark sind. Setze die Kamera in einem kleinen, niedrigen Winkel an, sodass der Teller fast auf Augenhöhe ist und verleihe so einem Motiv mehr Nachdruck. Ein anderer toller Winkel ist der 90°, bzw Flat-Schuss, da du so die ganze Szenerie auf dem Tisch zeigen kannst, wähle hier ggf eine etwas geschlossenere Blende, falls sich Unschärfen zeigen sollten.

2. Erzähle eine Geschichte

Überlege dir vor dem Foto und vor dem Kochen, was du mit dem Bild rüber bringen willst und arrangiere dein Set. Meist muss es ja schnell gehen mit der Food-Fotografie, da du im Endeffekt nicht kalt essen willst, bzw viele Speisen nach 30 Minuten nicht mehr optimal aussehen, Saucen verlaufen sind etc… Nutze Obst und Gemüse als Arrangements, drapiere ein paar Blumen oder saisonale Accessoires, wie Blätter, Äste, Zweige, Kastanien etc. Aber auch eher zufällig wirkenden Kompositionen aus Servietten, Zeitungen oder Besteck sind wunderbare Elemente, um dem Bild Leben einzuhauchen.

Was auch immer schön kommt, sind die im Gericht verwendeten Zutaten mehr oder weniger aufgeschnitten auf einem Brettchen zu zeigen – das unterstreicht die Liebe zum Kochen.

Ein weiteres sehr erzählerisches Element können Hände sein, die Besteck in der Hand haben oder eine Schüssel anreichen.

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3. Hintergründe, Texturen und Kontrast

Bei der Foodfotografie sind spannende Texturen ein zentrales Element. Setze auf verschiedene Texturen, insbesondere wenn du deinen Hintergrund gestaltest. Das kann ein schönes Stück Holz sein mit einer markanten Maserung, ein altes Stück Emaille mit einer charakteristischen Oberfläche, zarte Stoffe, robustes Leinen oder interessante Steine. Auf Flohmärkten oder in der Natur findest du viele tolle Deko-Gegenstände, die deinen Bildern einen kreativen Look verleihen. Auch in Omas Geschirrschrank gibt es so einige Fundstücke mit viel Charakter, die sehr fotogen sind. Schaffe farbliche Kontraste, um dein Gericht optimal zu präsentieren – das Bild wirkt dann viel lebendiger. Sehr schön kommen auch immer kleine Streusel aus Blüten, Sesam, grobes Salz usw – Situationen, in denen man eher zum Tischstaubsauger greifen würde, wirken auf Fotos meist sehr lebendig.

Kombiniere Grobes und Feines, Helles und Dunkles, Wuchtiges und Details um dein Gericht in aller Brillianz präsentieren.

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4. Die optimale Bildbearbeitung

Zugegeben, das Feld der Bildbearbeitung ist riesig und sehr vielschichtig. Grundsätzlich sollte es aber so sein, dass du beim Fotografieren bereits das Beste heraus holst und lieber wenig nachbearbeitest, um einen natürlichen Look zu erzielen. Für den Anfang brauchst du auch kein Photoshop oder Lightroom, wenn du kein Profi bist. Es gibt heute tolle Apps, mit denen zu ganz einfach tolle Effekte zaubern kannst. Ich arbeite für Food gerne mit Moldiv, VSCO und Facetune. Aber auch Instagram bietet neben seinen Filtern eine Reihe nützlicher Tools im Bereich „Bearbeiten“. Ich persönlich finde die PreSet-Filter von Instagram und VSCO eher ungeeignet für Food, da sie schnell künstlich wirken, auch monochrome Looks oder Retro passen nicht. Ich arbeite gerne mit Facetune Details raus, drehe am Licht und passe die Sättigung an, falls es sein muss.

Am wichtigsten ist für mich bei Food der richtige Zuschnitt des Bildes, den ich am iPhone oder am Rechner mache. Dabei stelle ich gerne coole Anschnitte her, und drehe das Setting in eine Position, die ich spannend finde. Insbesondere in Flats/90°-Winkeln finden sich sehr viele Kreise (Teller, Schüsseln etc). Diese können mittig positioniert gut aussehen, wirken aber im Anschnitt oft viel besser. Auch eine bewusste Anordnung deiner Objekte in den äusseren Dritteln eines Fotos wirkt meist lebendiger. Nutze dazu das Raster deiner Kamera und des Bearbeitungsprogramms.

Ich hoffe, dass dir das Tutorial ein paar Fragen beantwortet hat!

***

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. mad4carsblog sagt:

    Wow, um so tolle Bilder hinzubekommen, muss ich noch ein Weilchen üben. Allerdings benutze ich nur die Smartphonekamera, mangels Alternativen
    Vielen Dank für die Tipps 🙂
    LG Diana

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    1. Katharina sagt:

      Ich mache auch viele Bilder mit meinem Smartphone, habe mir aber das über die Zeit aber sehr optimiert 😃 Danke dir für den Tipp – ich mache dann noch mal einen Artikel über Smartphone-Fotohacks und tolles Equipment dafür! Welches sind die besten Aufstecklinsen etc… Ich wünsche dir einen tollen Tag!

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      1. mad4carsblog sagt:

        Das wäre spitze, da freue ich mich schon drauf. Dir ebenfalls einen schönen Tag und bis dann 😉
        LG Diana

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  2. nelsonamour sagt:

    Super tolle Step-by-Step Anleitung! Gefällt mir total, und ich werde das ein oder andere auf jeden Fall ausprobieren. Liebe Grüße

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    1. Katharina sagt:

      Das freut mich sehr! Ganz lieben Dank! Ich wünsche dir einen schönen Tag! 😃

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