Ist Loving Hut eine gefährliche Sekte?

Loving Hut ist eine vegane Restaurant-Kette, die über mehrere hundert Filialen weltweit betreibt – zahlreiche im asiatischen Raum, mittlerweile auch einige in Deutschland. Die Ausstattung der Lokale und Speisekarten variieren und sind nicht in einem einheitlichen Look gehalten, wie es sonst bei Franchise der Fall ist. So bieten die Restaurants oftmals regional übliche Speisen an, in der Regel in Bio-Qualität. Das Preisniveau ist erschwinglich und laut eigenen Angaben ist die Gründerin Ching Hai nicht auf Profit oder Gewinn aus. Vielmehr ginge es darum, pflanzenbasiertes tierleid-freies Essen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Allerdings wird der Name Loving Hut immer öfter mit einer Sekte in Verbindung gebracht – einem Kult rund um die Gründerin Ching Hai.

Wer ist Ching Hai?

Sie selbst bezeichnet sich als „Supreme Master“ eines von ihr gegründeten „Kultes“, bei dem es um spezielle Meditations-Techniken und nachhaltige Lebensweise geht. Gut, so etwas ist ja heutzutage relativ Mainstream, wenn man sich beispielsweise mal auf Youtube umschaut. Auch findet man online auch auch kaum „Aussteiger-Berichte“ diesen Kultes oder konkrete Anhaltspunkte, was denn nun so verkehrt an Ching Hai und Loving Hut sein soll.

Online findet man ein paar Videos, in denen Ching Hai ihre Anhänger in ihrem Haus zu Besuch hat und sie ihre Gäste mit selbstgemachten Speisen und eher derben Witzen verköstigt. Weiter findet man auf der etwas in die Jahre gekommen Seite „direkter Kontakt mit Gott“ weiteren Input der Meisterin: Es handelt sich um Klimaschutz, Meditation, Tierleid etc – alles nichts, von dem man noch nichts gehört hätte. Auch hat das ganze nicht wirklich einen „radikalen“ Ton – auf der Peta-Seite wird man durch aus deutlicher und ungeschönter und prangert Täter namentlich an (in meinen Augen auch richtig). Steigt man etwas tiefer in die Materie ein, so gibt es sogar eine Handvoll deutscher Schauspieler, die in diesem Ching-Hai-Club vertreten sind.

Online werfen Ching Hai einige Leute in Foren vor, dass sie eine eigene Schmuck- und Klamottenlinie vertreibt – nun gut, Schmuckdesignerinnen gibt es ja so einige – seien es Spielerfrauen oder gescheiterte Casting-Talente…

 

loving hut blog
Vegane Singapore Noodles, gegessen in Hong Kong, Wan Chai

Wie ich Loving Hut kennen lernte

Zum ersten Mal war ich in Hawaii in einem Loving Hut-Restaurant, welches von Asiaten betrieben wurde. Es hab viele Reis-Gerichte, Rollen und Nudeln. Für unter 20$ wurde man zu zweit locker satt. Dann war ich ab und zu in Asien wieder in einem der Restaurants, nicht zuletzt weil sie auf der App Happy Cow durchweg gute Bewertungen kriegen – das ist auf Reisen immer sehr dankbar.

Ich war sogar mal in einem Loving Hut in Seoul, der anders zwar anders hiess, aber hier und da darauf hinwies, dass es sich um einen Franchise-Partner handelte. Typisch für diese Läden sind Bilder von Ching Hai und meist ein Fernseher, der das hauseigene „Supreme Master Television“-Programm zeigt. Das Programm wirkt skurril, sehr farbenfroh bis kitschig und irgendwie wie etwas aus den 80ern.

 

Inhaltlich geht es um die Verbreitung ausgesprochen guter Nachrichten und es wird Aufklärungsarbeit in Sachen Klimaschutz, Massentierhaltung und Tierrechte geleistet. Ehrlich gesagt, fällt mir so etwas gerade um asiatischen Raum kaum auf, da es relativ viel Programme gibt, die für das europäische Auge gewöhnungsbedürftig erscheinen und farbenprächtige Bilder einer Asiatin mit aufgehellten Haaren ist auch nichts Besonderes – vielmehr wirkt so etwas wie ein Poster einer Sängerin oder einer Bollywood-Schauspielerin. All das finde ich persönlich aber bisher nicht mega abstossend und die Tatsache, dass eine selbsternannte Predigerin auf Tierleid aufmerksam machen möchte und eine vegane Restaurant-Kette ins Leben ruft finde ich ehrlich gesagt nicht wirklich bedrohlich. 

 

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Sesam Noodles, gegessen in Seoul

 

Loving Hut – kann man da noch hingehen?

Ich stosse immer wieder auf dieses Sekten-Ding, wenn man Loving Hut googelt etc – und ich wollte raus finden, warum man genau diese Kette meiden sollte. Die Ideologie dieser Glaubensgemeinschaft bedient sich buddhistischer und christlicher Theorien gleichermassen und gibt sich pazifistisch. Da gibt es andere Sekten, die durchaus gefährlicher, verfassungsfeindlich und gewaltbereiter auftreten. Aus diesem Grund habe ich mich mal umgesehen und ein paar Infos zusammen getragen:

Pro:

  • relativ viele Restaurants weltweit
  • gutes Preis/Leistungs Verhältnis
  • laut Indeed und weiteren Job-Portalen sind die Mitarbeiter zufrieden und werden nach eigenen Angaben nicht ausgebeutet
  • Fast immer Bio-Qualität
  • Regionale, vegane Karte
  • Individuelle Gestaltung der Räume und keine seelenlose „Ketten“-Innenausstattung

 

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Bibimbap, typisch koreanisch! Gegessen in Seoul

Contra:

  • Unsicher, ob der Kult um Ching Hai auch negative Seiten hat (online gibt es kaum etwas Stichhaltiges dazu)
  • Ketten und Franchise haben meist finanzielle Nachteile für die Betreiber. Laut eigener Angaben findet das bei Loving Hut aber nicht statt.
  • Ich kann mit extremen Glaubensrichtungen nichts anfangen und möchte diese im Zweifelsfall nicht unterstützen. Wenn es dabei aber um eine Meditations-Gruppe handelt, ist das für mich keine gefährliche Sekte, sondern eher eine gleichgesinnte Gemeinschaft.
  • Hier und da findet man Aussagen von Ching Hai, dass sie von ausserirdischem Leben ausgeht und an Ufos glaubt. Gut, Stephen Hawking ist ja auch Botschafter in dieser Sache und ein angesehener Wissenschaftler.
  • Echtes ultra-health Food gibt es bei Loving Hut in Deutschland nicht – relativ viel Seitan, Tofu und zuckerhaltige Saucen. Für ein rein veganes, preiswertes Restaurant ist das ok, aber für ein tägliches Mittagessen wäre es mir dort aber ne Spur zu fettig. Anders sieht es aber beispielsweise in Asien aus, insbesondere in Korea, wo sich die Karte eher an Temple-Food orientiert. Dort gibts viel Fermentiertes, Rohes und Kurzgegartes in die Schüssel.
loving hut hong kong
Erinnert ein bisschen an Flugzeug-Futter: Set-Meal in Hong Kong.

Fazit:

Das Wort Sekte deutet ja oftmals auf eine Zwangsgemeinschaft hin, die ihre Anhänger verführt und seelisch und finanziell ausbeutet, sowie wir es von Scientology & Co. her kennen. Es werden Gewalt und psychischer Druck auf die Anhänger ausgeübt, sodass sie sich mit Leib und Seele einer Sacher verschreiben, in der Regel um den Anführern Reichtum und Macht zu bescheren. Solche Dinge oder Tatsachen-Berichte von vermeintlichen Opfern habe ich bei Loving Hut und Ching Hai online nicht finden können. Ich würde daher eher darauf tippen, dass die Anhänger von Ching Hai eher eine alternative Gruppierung sind, die in ihrer „Lehre“ etwas zwischen Christentum und Buddhismus finden. Vermutlich ist das Wort „ gefährliche Sekte“ in Bezug auf Ching Hai etwas dick aufgetragen, es handelt sich eher um einen „Lifestyle“ der irgendwo neben Yoga, Meditation und alternativer Lebensweise angesiedelt werden kann.

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, was deine Meinung zu Loving Hut ist oder ob du andere Infos in Sachen schräger Glaubensgemeinschaft rund um Ching Hai hast!

 

Vegan auf Reisen: Hier gehts nach Hong Kong, weiter nach Island und Thailand und hier nach Japan.

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2 Kommentare zu „Ist Loving Hut eine gefährliche Sekte?“

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