Muss es immer ein Vitamix sein? Über Statussymbole in der Küche

Mixer im Test, Preisvergleich und meine Erfahrungen aus der Praxis

Als jemand der wie ich, der einige Zeit in München verbracht hat, kommt oftmals aus dem Staunen nicht heraus, was Statussymbole angeht: Hohe Porsche-Dichte, Kleinkinder im Designerfummel und „Yeezys“ sind da die Basis-Ausstattung. Keine Ahnung, ob das glücklich macht. Ich kann da irgendwie nichts mit anfangen.

Interessant ist aber, dass überteuerte Markenprodukte überall zu finden sind, auch in Küchenschränken, in der Putzmittel-Ecke oder im Bereich „Hundekot-Beutel“. Offenbar vermitteln diese Produkte ein einmaliges Lebensgefühl, die den Preis rechtfertigen. Sogar, dass man dem Hundehäufchen eine Portion hochwertigen Style verpasst.

“We buy things we don’t need with money we don’t have to impress people we don’t like.”, Dave Ramsey

Als vor ein paar Jahren meine 30€ Küchenmaschine vom Zeitlichen gesegnet wurde, erkundigte ich mich nach Ersatz. Ich hörte mich bei diversen Leuten um und wollte ihre Erfahrungen und Testberichte hören. Irgendwie hatten alle, die ich befragte, ganz selbstverständlich einen Vitamix am Start. Extrem hohe Leistung, robust und dabei auch noch schick anzusehen. Auch online kam es mir vor, dass die ganze Welt auf Vitamix setzt, egal ob Blogs, Instagram oder Youtube. Gut, dachte ich mir, scheint ja echt was drauf zu haben, der Vitamix. Nach einer kleinen Preisvergleich – die Dinger kosten gerne mal so um die 800€- und mehr verwarf ich den Wunsch. Selbst wenn ich das Teil täglich 2 Mal in Betrieb haben sollte, erschien mir das alles exorbitant teuer.

Klar, so ein Vitamix * hat jede Menge Umdrehungen -er macht Eis in Sekunden mühelos klein, schreddert was das Zeug hält und es gibt verschiedene Aufsätze (ebenfalls für 130€ aufwärts)*. Aber es musste Alternativen geben. Und wie gesagt, ich habe selten Besuch in meiner Küche, der mich schräg anschaut, wenn ich einen Smoothie serviere, der nicht mit einem „echten“ Vitamix gemixt wurde.

 

Kann ein NoName-Mixer was? Oder sollte ich in Qualität investieren und ein Markengerät kaufen?

Als ich das Netz nach NoNames durchforstete, Preisvergleiche las, tagelang in Erfahrungen und Testberichte eintauchte, war mir folgendes wichtig: Gefrorenes und Nüsse müssen problemlos zerhexelt werden, der Behälter sollte etwa 2 Liter fassen und nicht nur mit einen Getränke-Becher ausgestattet sein, das Gerät sollte stabil und simpel gearbeitet sein, also ohne fancy elektronische Funktionen. Ich brauche einfach keinen Mixer, der sich per App von unterwegs steuern lässt und mit Gesichtserkennung ausgestattet ist 😉

Ich habe mich schliesslich für den Ultratec Professional entschieden (ca 150€)*. Das Teil ist stabil, der Sockel ist rutschfest und die Funktionstasten sind selbsterklärend.

Pro´s & Con´s – der Ultratec im Langzeit-Test

Nun habe ich das Ding seit ein paar Jahren in Betrieb und das sind meine Erfahrungen:

Die Teile sind solide verarbeitet und sehen auch nach der Zeit und regem Betrieb gut aus. Der 2 Liter Behälter ist super praktisch für Suppen oder Saucen, die ich gerne in grösseren Mengen vorkoche und dann einfriere.

Nice-Cream (Eis aus gefrorenen Bananen) klappt einwandfrei und Nüsse werden zuverlässig zerkleinert.

Der Ultratec hat, wie der Vitamix, die Klingen fest im Behälter eingebaut. Daher ist es teilweise mühsam, kleinere Mengen mit festerer Konsistent heraus zu schaben, da sich alles unter den Klingen festsetzt. Insbesondere, wenn ich mir einen kleinen Topf Pesto gemacht habe, verbringe ich gefühlt ewig damit, die Paste heraus zu pulen.

Sehr hilfreich haben sich hier diese Silikon-Schaber* erwiesen, die ich in 2 Grössen am Start habe. Sie sind biegsam und lassen sich mühelos abspülen.

Für die hygienische Reinigung des Behälters, insbesondere der Klingen, verwende ich Gebissreiniger-Tabs (bitte nicht lachen!) für hartnäckige Reste. Sie sind äusserst praktisch, da sie quasi an den Stellen wirken, an denen ich kaum mit einem Spülschwamm hinkomme. (Ich habe keine Spülmaschine, daher weiss ich nicht, ob eine intensiver reinigen würde. Ich finde aber, dass Spülmaschinen oft nicht gründlich genug spülen, insbesondere wenn sie gut gefüllt sind).

Weiter ist der Utratec auch eher laut, wenn er läuft. Aber das ist der Vitamix auch und einfach der Tatsache geschuldet, dass enorme Kräfte wirken, wenn auf voller Stufe Eis & Co zerkleinert werden. Mich stört das aber nicht (meine Nachbarn vielleicht?), aber meist braucht das Gerät auch nur ein paar Sekunden, bis alles die gewünschte Konsistenz hat.

Ein Nachteil ist, dass ich bisher keine Behälter in anderen Grössen gefunden habe, da ich gerne ein kleineres Modell für Pesto oder Nice-Cream hätte.

Der Ninja-Blender – ein echter Alleskönner?

Eine Freundin aus UK schwört auf den Ninja-Blender.* Ich habe das Teil auch schon mal bei diversen Youtubern in Betrieb gesehen und dachte es wäre, ähnlich wie der Vitamix, eine hochpreisige, luxuriöse Angelegenheit.

Der Ninja kommt mit verschieden grossen Behältern, hat ordentlich Umdrehungen und hat 2 verschiedene Klingen. Eine, die kneten kann und eher gröber arbeitet, bzw „nur“ Zwiebeln klein schneidet. Das ist praktisch zum Backen oder für Hummus etc. Die andere Klinge ist für Smoothies, Suppen und Eis geeignet. Aber ein echter Vorteil ist, dass man die Klingen entfernen kann. Das erübrigt das umständliche Schaben, um kleine Mengen unter der Klinge hervor zu holen. Und die Reinigung ist ebenfalls dementsprechend easy und hygenisch. Weiter sieht das Teil cool aus und ist super verarbeitet. Ich ging wieder davon aus, dass man für das Teil richtig tief in die Tasche greifen müsste, aber ich habe es hier schon für ca 120€ online gefunden.

Fazit und Direkt-Vergleich

Bis auf ein paar Abstriche bin ich mit dem Ultratec sehr zufrieden und kann ihn weiter empfehlen, da er eine leistungsstarke Alternative zu dem Porsche unter den Mixern, dem Vitamix, für mich ist.

Allerdings hat es mir kürzlich der Ninja-Blender sehr angetan, da er mit verschiedenen Behältern kommt, einfacher zu reinigen ist und dank den verschiedenen Klingen Küchenmaschine und Blender in einem ist. Allerdings macht es für mich keinen Sinn 2 ähnliche Geräte zu haben, da meine Küche wirklich mini ist und ich keinen Stauraum mehr habe. Mal schauen, vielleicht verkaufe ich ja meinen Ultratec und ersetze ihn mit dem Ninja.

 

rote-beete-suppe-vegan

 

Alles in allem kann ich aber sagen, dass es durchaus starke Geräte gibt, die mit dem Vitamix mithalten können. Wie gesagt, ich nutze meinen Ultratec „nur“ mehmals pro Woche. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich die Anschaffung eines Vitamix durchaus lohnen kann, wenn man täglich eine Grossfamilie mit Smoothies, Suppen und Eis verköstigen möchte. Für einen Singe-Haushalt lohnt sich der Preis meines Erachtens nicht. Und ja, im Bereich Küche gibt es ja auch allerlei Trends für den markenbewussten Hobby-Koch: Japanische Obstmesser – geschliffen von den letzen Samurai, Salz – in Handarbeit von Sherpas zusammen gesammelt oder eben DER Vitamix.

Ich kann mich auch an diesen schönen Dingen erfreuen, aber ich brauche sie nicht zu besitzen. Ein NoName Blender und gut geschliffenes Ikea-Messer tuen es auch für mich.

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Titelbild: Photo by Annie Spratt on Unsplash

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Für diese Lieblingsrezepte nutze ich meinen Blender:

Wintersonne-Suppe

Cremige Pasta

Radieschen-Grün Pesto

Muhammara-Brotaufstrich

vegane Königsberger Klopse

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2 Kommentare zu „Muss es immer ein Vitamix sein? Über Statussymbole in der Küche“

  1. Danke für deinen tolle Bericht! Werde ich mir merken, ich habe auch immer überlegt ob ich mir den Vitamix holen soll, aber mein Philips machts auch super! Man muss nicht immer das haben, was als das „Beste“ bewirbt wird.
    LG

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